Vergleichsstudie EMDR und Fluoxetin

In einer Vergleichsstudie, die von B.A.van der Kolk, einem der führenden Traumaforscher, und anderen Wissenschaftlern durchgeführt wurde, wurde die Wirkung von EMDR, einer Standarddosis Fluoxetin* und eines Placebos verglichen.
*Fluoxetin ist ein gegen Depressionen eingesetztes Antidepressivum.

Von den 88 Teilnehmern der Studie mit PTBS (Posttraumatischen Belastungsstörungen) erhielten 30 eine EMDR-Behandlung, 28 erhielten Fluoxetin und die restlichen 30 Teilnehmer erhielten ein Placebo, also eine Zuckerpille.

Wie häufig bei solchen Studien, erzielten auch die Probanden, die das Placebo erhalten hatten, erstaunlich gute Resultate. Ihre Besserung lag im Vergleich um 42% höher, als die anderer Behandlungsarten die als evidenzbasiert gelten.

Die Gruppe, die Fluoxetin erhalten hatte, erzielte etwas bessere Resultate, als die Gruppe die die Zuckerpillen erhalten hatte. Der Unterschied war jedoch sehr gering.

Die Gruppe die mit EMDR behandelt wurde, erzielte deutlich bessere Ergebnisse. Nach acht EMDR-Behandlungen hatten 25% der Probanden überhaupt keine PTBS-Symptome mehr; sie waren also geheilt. Wo hingegen bei der Fluoxetin-Gruppe nur 10% dieses Ergebnis erreichten.

Der wirklich bedeutende Unterschied, zeigte sich erst, als die Studienteilnehmer nach acht Monaten noch einmal befragt wurden. Es stellte sich heraus, dass 60% derjenigen die eine EMDR-Behandlung erhalten hatten völlig geheilt waren.

Wenn der Prozess der Intergration der traumatischen Erinnerungen erst einmal begonnen hat, setzt sich dieser häufig spontan von selbst fort. Im Gegensatz dazu erlitten alle Probanden die mit Fluoxetin behandelt wurden, nach Absetzen des Mittels einen Rückfall.